Das Telefon wurde sofort ein derartiger nationaler und internationaler Erfolg, dass es 1894 grafischer Bestandteil von Ericssons erstem eingetragenen Warenzeichen wurde. Bis in die 30er Jahre hinein wurden über zwei Millionen Stück gefertigt. Das AC100 stand im Ruf großer Lebensdauer. Kein Wunder: Die massive Konstruktion wog 5 kg. Allein beim Schweizer Militär waren zur Zeit des 2. Weltkrieges noch über 3.000 Stück im dienstlichen Einsatz. Ericsson selbst konnte mit der Produktion kaum die Nachfrage befriedigen. Seine Apparate wurden daher in Lizenz in diversen Ländern gefertigt. Ebenso viele Sprachen fanden Spitznamen für das AC100: "Taxen" (Dackel) hieß es in Schweden, "Nähmaschine" in Dänemark, "Eiffelturm" in den USA und in Norwegen, "The Skeleton Type" in England, die "Spinne" in Italien und "Skelettapparat" in Deutschland.
Das Erfolgsmodell stand auf den Schreibtischen illustrer Kundschaft. Der russische Zar Nikolaus II. ließ für seinen Haushalt zehn Apparate speziell anfertigen. Neben Zierrat aus reinem Gold und Elfenbein war das Kabel in den russischen Nationalfarben weiß, blau und rot geflochten.
Wenn man das AC100 ansieht, erscheint es wie ein zwar altertümlicher, aber dennoch vertrauter Entwurf, dem lediglich der Mantel ausgezogen wurde. Dabei hatte das Design noch nichts mit heutigen Überlegungen gemein, Rechner-, Staubsauger- und Handygehäuse aus durchsichtigem Kunststoff oder aber Uhren mit einem Rückendeckel aus Glas zu fertigen, um die Technik im Inneren sichtbar zu machen. Hier gab ausschließlich die Funktionalität die Form vor, die dann – auf viele verschiedene Arten anders verkleidet – weiter adaptiert wurde. Eben ein Klassiker.
Ericsson konnte sein Unternehmen bis zu seinem Tode 1926 stetig vergrößern. Auch an den für ihn selbst ausgestatteten Büroräumen wird dies deutlich. Sie sind heute in Stockholm in das Technik-Museum integriert.